Klinik für Urologie Bochum

Prostata

Potenz erhaltende, Nerven schonende Prostata-Entfernung

Die Grundlagen von Kontinenz und Potenz (Nerven- und Schliessmuskel beim Mann) sind erst seit ca. 25 Jahren durch wissenschaftliche Grundlagenarbeiten bekannt geworden. Aus dem tiefen Verständnis der Anatomie und Funktion haben sich besonders schonende – mikrochirurgische – Techniken entwickelt, um einen Erhalt von Potenz und Harn-Kontinenz zu erreichen. Wenn immer möglich wird in unserer Klinik ein Erhalt der Potenznerven in Zusammenhang mit der Prostataentfernung durchgeführt.

Das für die Gliedsteife entscheidende Nervenfasergeflecht umscheidet die Prostata als feines Netzwerk mit einem Schwerpunkt an den linken und rechten hinteren Prostatarändern. Unter konsequentem Einsatz von modernen mikrochirurgischen Methoden ist ein Erhalt dieses feinen Nervengeflechtes möglich. Wird ein beidseitiger Erhalt konsequent durchgeführt kann bei günstigen Ausgangsbedingungen und jüngeren Patienten den meisten Fällen mit dem Erhalt der Gliedsteife nach der Operation gerechnet werden.

Schnellschnitt-Untersuchung

Der Erhalt des Nervenfasergeflechtes erfordert allerdings ein sehr nahes Schneiden am Prostatarand. Aus diesem Grund führen wir bei jeder Potenz-erhaltenden Operation eine sogenannte Schnellschnittuntersuchung durch: Noch während der Operation untersucht unsere Pathologie am Hause, ob der Tumor vollständig und mit sauberen Schnitträndern entfernt wurde. (Wartezeit 20 Minuten) Dieser Qualtitätsfaktor ist möglich durch die hervorragende Kooperation mit unserem Institut für Pathologie am Augusta-Krankenhaus und wird ansonsten nur von wenigen Kliniken weltweit angeboten.

Bei fortgeschrittenen Tumoren kann dies aus Sicht der erwünschen Tumorheilung nicht sinnvoll sein. Im Vorgespräch zur Operation werden wir eine gemeinsame Strategie mit Ihnen festlegen.

Lupenbrille/Mikroskopisches Operieren

Vorzugsweise werden alle nervenerhaltenden Eingriffe im kleinen Becken werden bei uns mit Hilfe des daVinci-Operationssystems in Schlüssellochtechnik durchgeführt. Das ruhige Operationsbild, die dreidimensionale Darstellung und die 3D-HDTV Technik unterstützen die Nervenschonung in revolutionärer Weise. Falls offene Chirurgie zur Anwendung kommt, dann unter Einsatz von Lupenbrille und Xenon-Kopflampe. Dies erlaubt eine schonende Mikrochirurgie (offene radikale Prostatektomie).

Bei den Schlüssellochverfahren (Endoskopische/Laparoskopische Prostatektomie) wird mit Hilfe der speziellen HDTV Fernsehkamera eine bis zu 15-fache Vergrösserung erreicht.

Operieren mit minimalem Einsatz von Hitze und minimalem Zug am Gewebe

Die feinen Nervenfäserchen die für die Erektion des Penis (Gliedsteife) und zum Teil auch für die Funktion von Schliessmuskelanteilen wichtig sind haben keine Markscheiden und daher kaum Regenerationsfähigkeit. Sie umscheiden die Prostata wie ein feines Netz. Schon durch Hitze und durch starken Gewebezug werden sie dauerhaft geschädigt.

Potenz und Wasserhalten nach Alternativmethoden (Bestrahlung, HiFu usw.)

Auch durch die Bestrahlungsbehandlung werden Kontinenz- und Potenzfunktion berührt. Die Besonderheit liegt darin, dass diese Probleme verzögert (die Bestrahlungsbehandlung wirkt auch verzögert) einsetzen. Bei der Operation hingegen treten die Probleme kurz nach dem Eingriff auf und lassen dann innerhalb der ersten Wochen und Monate nach.

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