KLINIK FÜR UROLOGIE BOCHUM
Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Burkhard Ubrig

Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 30.000 Männer an dieser potentiell tödlichen Erkrankung. Zurzeit werden etwa 800.000 Männer wegen Prostatakrebs in Deutschland behandelt. Nahezu jeder 5. Mann muss damit rechnen, am Prostatakarzinom zu erkranken. Immer noch sterben in Deutschland jährlich nahezu 12.000 Betroffene daran. Diese hohe Zahl könnte erheblich gesenkt werden, wenn die heute angebotenen Früherkennungsmöglichkeiten genutzt würden, denn im Frühstadium erkannt, ist dieser Krebs oft heilbar. Allerdings droht bei unkritischem Einsatz von Früherkennungsmethoden eine Diagnose von wahrscheinlich nicht behandlungsbedürftigen Stadien. So unterschiedlich wie die Formen des Prostatakarzinoms und unsere Patienten sind die sinnvollen Behandlungskonzepte. Grundsätzlich kommt bei einem lokalisierten (heilbaren) Prostatakarzinom entweder eine Operation oder eine Bestrahlungsbehandlung in Frage.

Prostatakrebszentrum Ruhrgebiet

Im Prostatakrebs-Zentrum Ruhrgebiet arbeiten die Experten unseres Krankenhauses zum Wohle unserer Patienten nach standardisierten Behandlungsrichtlinien auf der Basis der gültigen medizinischen Leitlinien zusammen. An nur wenigen Zentren in Deutschland arbeiten alle Experten direkt am Krankenhaus - wie an der Augusta-Kranken-Anstalt. Dies erleichtert die Kooperation.

Prostataentfernung mit dem Da Vinci System

(Da Vinci Prostatektomie) Die Behandlung der Prostata ist anspruchsvoll, da in ihrer unmittelbaren Umgebung, nur wenige Millimeter entfernt, der Harnröhrenschließmuskel, der Enddarm und die feinen und empfindlichen Nerven für die Gliedsteife liegen. Daher sind bei Bestrahlung und Operationen der Erhalt der Lebensqualität sowie die Tumorheilung von höchster Präzision abhängig. Durch die Einführung der daVinci-Methode ist es möglich, in bis zu 20facher Vergrößerung nahezu blutungsfrei zu operieren: Der Chirurg steuert feinste Instrumente, die mehr Bewegungsmöglichkeiten haben als die menschliche Hand. Durch kleinste Schnitte werden die Instrumente in die Bauchdecke eingebracht und von Außen vom Chirurgen gesteuert. In den Vereinigten Staaten von Amerika werden bereits 80 % aller Prostatakrebsoperationen mit diesem System durchgeführt. In unserer Klinik ist das neueste 3D- HDTV System mit 4 Armen (da Vinci SI) seit 2010 installiert und im täglichen Einsatz. Über Prostataoperationen hinaus wird das System regelmässig für Nieren- und Harnleiteroperationen eingesetzt. Zudem findet es Einsatz in unseren Kliniken für Allgemeinchirurgie und Frauenheilkunde.

Was sind die Vorteile der robotisch unterstützten Prostata-Operation für den Patienten?

  • Bessere Sicht auf die Organränder / 3D HD-TV (größere Sicherheit bei der Turmorkontrolle)
  • Schonendere Präparation des Harnröhren-Schließmuskels (weniger Inkontinenz)
  • Kaum Blutverlust
  • Bessere Möglichkeiten zum Erhalt der Erektionsfähigkeit (Potenz/Männlichkeit)
  • Minimal-invasives Vorgehen (kleine Zugänge = Knopfloch-Chirurgie) / günstigeres kosmetisches Ergebnis
  • Niedrigeres Infektionsrisiko / weniger Wundheilungsstörungen
  • Weniger Schmerzen
  • Schnellere Erholung

offene Operation

(radikale Prostatektomie; radikale Prostatovesikulektomie) Sollte ein minimalinvasiver Eingriff aufgrund von Voroperationen, einer sehr grossen Prostata oder spezieller gesundheitlicher Einschränkungen nicht möglich sein, bietet unsere Klinik die über Jahrzehnte vielfach bewährte offene radikale Prostatektomie über einen Hautschnitt unterhalb des Bauchnabels an. Diese wird auch bei sehr aggressiven, großen Tumoren angewandt. Dabei wird nach denselben Prinzipien wie bei der daVinci Methode vorgegangen. Es wird immer eine Lupe zur Darstellung der feinen Nerven und Muskeln eingesetzt.

IMRT – Intensitäts Modulierte Strahlentherapie des Prostatakrebs (Goldmarker)

Die Bestrahlungstherapie der Prostata ist eine wirksame Methode und kommt insbesondere für ältere Patienten oder fortgeschrittene Tumore infrage. Ca. 40 Termine werden fällig. Nebenwirkungen können an der Harnblase (Reizblase, Blasenentzündung), Harnröhre (Vereengung), Enddarm (Reizdarm, Enddarmverengung) auftreten. Eine exakte Planung und präzise Einstellung der Strahlen ist hier unbedingt erforderlich. Die IMRT-Technik erreicht hier eine maximale Strahlendosis bei geringer Streuung in die Nachbarorgane. Hierdurch wird sichergestellt, dass ganz überwiegend das geplante Ziel eine hohe Strahlendosis erhält und die umliegenden Organe und Nerven geschont werden.

Zur weiteren Optimierung werden ultraschallgesteuert kleine, wenige Millimeter große Goldstifte (Goldmarker) in die Prostata implantiert. Dies ermöglicht das exakte Anvisieren der Prostata ohne Notwendigkeit der (ungenauen) Orientierung an knöchernen Strukturen im Röntgen der Strahlentherapieanlage.

Diese führen wir in Zusammenarbeit mit dem Institut für Strahlentherapie am Augusta durch.

SEEDs / Brachytherapie Prostatakrebs

Eine Behandlungsalternative des Prostatakrebs stellt die Implantation von wenige Millimeter großen Metallstiften, die mit dem radioaktiven Jod-125 geladen sind dar. Diese so genannten SEEDs senden eine nur wenige Millimeter weit reichende Strahlung aus und werden direkt an den Ort implantiert, wo die Wirkung erwünscht ist. So wird sichergestellt, dass ausschließlich das gewünschte Ziel der Strahlung ausgesetzt ist und umliegende Organe weites gehend geschont werden. Die SEEDs verbleiben dauerhaft in der Prostata und werden ultraschallgesteuert computergestützt über den Damm in die Prostata implantiert. Für die nähere Umgebung des Patienten stellt diese Therapieform keinerlei Gefahr dar. Diese Behandlungsform ist auch als sogenannte fokale Therapie geeignet.

SEEDs kommen für Patienten mit relativ ungefährlichen Tumoren infrage. Bei aggressiven Tumoren reichen SEEDs nicht aus. Die Prostata darf nicht zu gross sein, eine simultan bestehende Blasenentleerungsstörung muss zuvor behoben werden.

Active Surveillance (Überwachung)

Bei Prostatakarzinomen im frühen Stadium oder zu geringem Risiko für die Entwicklung von Metastasen kann es sinnvoll sein, zunächst den Verlauf der Erkrankung engmaschig zu überwachen. Hierzu sind regelmäßige Untersuchungen beim Urologen sowie Bluttest auf das prostata spezifische Antigen (PSA) notwendig. Bei einem Fortschreiten der Erkrankung kann dann auch später noch ein operativer Eingriff oder eine Strahlentherapie eingeleitet werden.

Dies ist eine Domäne der niedergelassenen Fachärzte für Urologie. Sollten Sie dies bei uns wünschen, so führen wir dies aufgrund mangelnder Kassenarztzulassung nur gegen private Rechnung nach den Masstäben der Gebührenordnung für Ärzte durch (Auskünfte durch das Chefsekretariat).

Bei Interesse können Sie einen Termin vereinbaren bei:

CA PD Dr. Ubrig, OA PD Dr. Roosen oder Dr. Paulics

Fokale Therapie bei Prostatakrebs

In den letzten Jahren wird intensiv an einer Möglichkeit geforscht, den Prostatakrebs zu behandeln ohne das komplette Organ entfernen oder schädigen zu müssen. Wir sind hier stets auf dem neuesten Stand von Wissenschaft und Forschung Aktuell gibt es zahlreiche, vielversprechende Entwicklungen. Wir bieten die Durchführung der fokalen Brachytherapie an.

Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Therapie des Prostatakrebs zielt vor allem auf Erkrankungen ab, die bereits Metastasen gebildet haben oder aus anderen Gründen nicht operiert werden können. Im Vordergrund steht hier die Unterdrückung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron, welches den Wachstumsgrundstoff für Prostatazellen darstellt. Ferner gibt es, sollte diese Therapie nicht anschlagen, eine wachsende Zahl von Chemotherapeutika, die bereits seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt werden um die Lebensqualität der betroffenen Patienten zu verbessern.

Im Falle von Knochenmetastasen ist es erforderlich zusätzlich Medikamente zu verabreichen, die den Ab- und Umbau von Knochensubstanz verhindern.

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Kontakt

Für fachliche Fragen erreichen Sie unsere Ärzte per E-Mail oder Sie lassen sich über unser Sekretariat unter Tel. 0234 / 517-2651 verbinden.
(Mo. - Do., 7:30 - 16:00 Uhr, Fr. 7:30 - 15:30 Uhr).

Natürlich können Sie auch direkt unser Kontaktformular benutzen.

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