KLINIK FÜR UROLOGIE BOCHUM
Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Burkhard Ubrig

Kinderurologie

In unserer Klinik für Urologie in Bochum behandelt das Team neben den Erkrankungen der großen auch die kleinen urologischen Patienten. Neben der Beschneidung und der Behandlung von Hodenhochstand und kindlichem Leistenbruch bieten wir auch die Abklärung von kindlichem Einnässen und therapieresistenten Harnwegsentzündungen an.

In unserer Kindersprechstunde begrüßen wir Sie und ihr Kind gerne zur Besprechung und Planung in der Klinik für Urologie. Idealerweise waren Sie bereits beim Kinderarzt oder Urologen und gehen mit uns den nächsten Schritt. Wenn Sie sich unsicher sind, sind wir aber auch gerne Ihr direkter Ansprechpartner.

Hier erreichen Sie uns direkt via e-Mail.

Operation von Vorhautverengungen (Phimose)

Ein Verengung der Vorhaut besteht dann, wenn sich die Vorhaut gar nicht, oder nur unter Schmerzen hinter die Eichel zurückziehen lässt. Bei kleinen Kindern ist eine Phimose eine physiologische Verklebung der Eichel, die sich im Laufe der Zeit von selbst zurückbildet. Schon bei Dreijährigen besteht nur noch bei 10% eine Phimose. Wenn diese keine Schmerzen, Entzündungen oder sonstige Beschwerden bereitet, ist sie zunächst nicht behandlungsbedürftig und kann durch den Kinderarzt kontrolliert werden.

Wenn bei Ihrem Kind schon mehrfach Entzündungen der Vorhaut aufgetreten sind, es Schmerzen beim Wasserlassen hat, oder bereits eine Salbenbehandlung erfolglos verlaufen ist, sollte eine Beschneidung der Vorhaut durchgeführt werden, betont Dr. Ubrig. Alternativ kann man die Vorhautverklebungen mit einer kortikoidhaltigen Salbe behandeln oder die Verklebungen mit einer kleinen Sonde vorsichtig lösen. Dabei sollte die Vorhaut möglichst mehrmals täglich zurückgestreift werden.

Wenn eine Beschneidung erforderlich wird, führen wir diese in Vollnarkose durch. Das Kind wird hierzu im Voraus von den behandelnden Ärzten gesehen, untersucht und vorbereitet. Die Aufnahme erfolgt dann am OP-Tag. Nach einer Abschlussuntersuchung können Ihr Kind und Sie die Klinik noch am selben Tag wieder verlassen. Die von uns verwendeten Nähte sind selbstauflösend und müssen nicht gezogen werden. Zu Hause können noch zur besseren Heilung Kamille-Bäder durchgeführt werden.

Das beste Alter für den Eingriff liegt zwischen 3 und 6 Jahren, er sollte möglichst vor der Einschulung durchgeführt werden.

Hodenhochstand und kindliche Leistenhernien

Der Hodenhochstand kann unbehandelt die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen. Zudem besteht bei Hodenhochstand ein deutlich erhöhtes Risiko für eine spätere Hodentumorentstehung. Daher sollte der Hodenhochstand in jedem Fall behandelt werden. 

Dabei muss zwischen einem Pendelhoden und einem Gleithoden unterschieden werden. Der Pendelhoden befindet sich die meiste Zeit im Hodenfach und kann kontrolliert werden. Der Gleithoden befindet sich die meiste Zeit in der Leiste und muss daher operativ ins Hodenfach verlegt und dort befestigt werden. Der Hoden kann auch an ganz anderer Stelle zu liegen kommen, z. B. an der Peniswurzel oder im Bauchraum. Auch diese Hoden müssen operiert werden. Dabei sollte die Behandlung noch vor dem ersten Geburtstag abgeschlossen sein.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Sohn einen Pendel- oder Gleithoden hat, führen Sie für einige Tage unser Hodentagebuch. Wir können dann sehen, wie oft sich der Hoden in seinem Hodenfach befunden hat, und was nun zu tun ist.

Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt. Die Vorbereitung erfolgt im Vorhinein, die Aufnahme erfolgt dann am OP-Tag. Ihr Sohn sollte dann zur Überwachung ein bis zwei Nächte in der Klinik bleiben. Der Hoden wird dann in der Operation in das Hodenfach verlagert und dort befestigt. Die verwendeten Fäden sind selbstauflösend und müssen nicht gezogen werden.

Kindliches Einnässen (Enuresis)

Die zeitliche Bandbreite, wann Kinder trocken werden, ist relativ groß, manche Kinder werden sogar erst nach dem 5. Lebensjahr trocken, ohne dass dem eine Krankheit zu Grunde liegt. Daher ist eine genaue Unterscheidung wichtig:

War das Kind bereits trocken und nässt nun neuerdings erneut ein?
Nässt das Kind nur nachts ein?
Oder bestehen auch tagsüber Beschwerden, z. B. auch häufiger Harndrang und Haltemanöver?

Daher ist eine ausführliche Anamnese erforderlich. Um den Urinverlust zu objektivieren, sollte außerdem ein Blasentagebuch geführt werden. Die erste Untersuchung beinhaltet außerdem eine körperliche Untersuchung, sowie eine Untersuchung des Urins. Sie haben nun schon viele Tagebücher geführt und Ihr Urologe hat Ihnen schon viele Tipps und Tricks an die Hand gegeben und dennoch schafft es Ihr Kind nicht, den Harndrang zu kontrollieren. Dann sollte man in speziellen Fällen weitere Nachforschungen anstellen. Untersuchungen, wie Blasenspiegelungen, Blasendruckmessungen und spezielle Röntgenuntersuchungen können wir an unserer Klinik für Urologie in Bochum durchführen. Lassen Sie sich hierzu auch von einem Urologen beraten.

Eine erfolgreiche Behandlung ist in 90% der Fälle bereits durch die Basisdiagnostik möglich.

Invasive Abklärung von rezidivierenden Harnwegsinfekten

Wenn bei Ihrem Kind immer wieder Harnwegsinfekte auftreten, kann dem eine Anomalie des Harntrakts oder eine gestörte Blasenentleerung zu Grunde liegen. Dann sollte man die Ursache finden und beheben. In Frage kommen z. B. der so genannte vesikoureterale Reflux (Rückfluss von Urin aus der Blase in Harnleiter und Niere) oder eine Unstimmigkeit der Blasenentleerung. Wir bieten Ihnen die entsprechende Diagnostik und die operativen Methoden. 

Vesikoureteraler Reflux

Der Rückfluss von Urin in den Harnleiter oder bis ins Nierenbecken bei der Blasenentleerung wird als vesikoureteraler oder vesikoureterorenaler Reflux bezeichnet, erklärt Dr. med. Ubrig. Er tritt familiär gehäuft auf mit einer Gesamtwahrscheinlichkeit von 0,5% aller Säuglinge. Der Reflux stellt ein hohes Risiko für wiederkehrende Harnwegsentzündungen und schließlich Nierenschädigungen dar.

Die Symptome Ihres Kindes können sehr unspezifisch sein, manchmal treten Fieber, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder Gedeihstörungen auf. Ältere Kinder können teilweise auch schon über Beschwerden beim Wasserlassen klagen.

Die Untersuchung Ihres Kindes soll die Blasenentleerung, den Grad des Refluxes und die möglicherweise schon eingetretenen Veränderungen an den Nieren abklären.

Ziel ist, eine (weitere) Schädigung des Nierengewebes zu verhindern.

Konservative Therapie: Im ersten Lebensjahr kann ein Reflux im Allgemeinen mit einem niedrig dosierten Antibiotikum behandelt werden, es besteht eine hohe Chance, dass der Reflux von selbst verschwindet. Bei Jungen auch eine Beschneidung sinnvoll sein.

Wenn die antibiotische Therapie nicht anschlägt, der Reflux höhergradig und ohne Tendenz zur spontanen Heilung ist, oder eine medikamentöse Therapie abgelehnt wird, sollte eine operative Therapie erfolgen.

Wichtig ist eine jahrelange Nachsorge mittels Ultraschall bis in die Pubertät, um eine normale Reifung der Nieren sicherzustellen.

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Kontakt

Für fachliche Fragen erreichen Sie unsere Ärzte per E-Mail oder Sie lassen sich über unser Sekretariat unter Tel. 0234 / 517-2651 verbinden.
(Mo. - Do., 7:30 - 16:00 Uhr, Fr. 7:30 - 15:30 Uhr).

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